Samstag, 2. November 2013

Filter-Fiasko-Teil 2 oder "Technik ist das halbe Leben"


Die Grau- oder ND-Filter haben mich immer noch "fest im Griff".

Ich will an dieser Stelle noch einmal rekapitulieren, wie die Stärke der Filter bestimmt wird, denn das ist unter anderem beim Kauf und Einsatz zu beachten. Außerdem erstelle ich mir eine Liste, wie sich die einzelnen Stärken der Graufilter auswirken.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Stärke eines ND-Filters zu beschreiben. Da gibt es einmal den so genannten Verlängerungsfaktor x und die Neutraldichte. Die Hersteller benutzen den einen oder den anderen Wert oder es werden beide Werte angegeben.

Der Verlängerungsfaktor x eines Graufilters lässt sich am einfachsten als Quadratzahl von 2 mit den jeweiligen bzw. reduzierenden Blendenstufen umschreiben. Das bedeutet zum Beispiel: 2 zum Quadrat mit der Blendenstufe 2 ergibt einen errechneten Verlängerungsfaktor 4, der als ND 4x oder NDx4 klassifiziert wird.

Die Neutraldichte eines Graufilters ergibt sich daraus, dass der Faktor 0.3 mit den zu reduzierenden Blendenstufen multipliziert wird. Um beim oben genannten Beispiel zu bleiben: 2 Blendenstufen mal 0.3 ergibt ND 0.6.

Das bedeutet wiederrum, dass ein ND4x-Filter genau so stark ist wie ein ND 0.6-Filter!

Ich kann also orientierend an den Blendenstufen die jeweiligen ND-Filter aufreihen, die sich auf den Verlängerungsfaktor oder eben auf die Neutraldichte beziehen:

  • Blendenstufe: 1  = Verlängerungsfaktor:  ND 2x = Neutraldichte: ND: 0.3
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  • Blendenstufe: 2  = Verlängerungsfaktor:  ND 4x = Neutraldichte: ND: 0.6
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  • Blendenstufe: 3  = Verlängerungsfaktor:  ND 8x = Neutraldichte: ND: 0.9
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  • Blendenstufe: 4  = Verlängerungsfaktor:  ND 16x = Neutraldichte: ND: 1.2
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  • Blendenstufe: 5  = Verlängerungsfaktor:  ND 32x = Neutraldichte: ND: 1.5
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  • Blendenstufe: 6  = Verlängerungsfaktor:  ND 64x = Neutraldichte: ND: 1.8
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  • Blendenstufe: 7  = Verlängerungsfaktor:  ND 128x = Neutraldichte: ND: 2.1
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  • Blendenstufe: 8  = Verlängerungsfaktor:  ND 256x = Neutraldichte: ND: 2.4
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  • Blendenstufe: 9  = Verlängerungsfaktor:  ND 512x = Neutraldichte: ND: 2.7
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  • Blendenstufe: 10  = Verlängerungsfaktor: ND 1024x = Neutraldichte: ND: 3.0
Ich gebe zu, dass ich so verstanden habe, was die einzelnen Filter unterscheidet - Kleine Story am Rande, jetzt ist mir klar oder auch nicht(!?) warum der ND400-Filter eines Herstellers wie viele Blendenstufen reduziert? - Genau! 9...

Soweit so gut! Ich werde in Zukunft sicher nicht die Blendenstufen abzählen, sondern mich weiter auf entsprechende Programme auf meinem Smartphone oder die Einträge in meinem kleinen Fotobuch verlassen!...

Das heißt, ich werde mich weiter so verhalten, wie ich es im letzten Post beschrieben habe. Die Belichtungszeit ohne Filter wird als Ausgangspunkt genommen und die "Ziel-Zeit" wird abgeleitet.

Was mich aber jetzt interessiert hat, war die Frage, was ich mache, wenn ich mit einer längeren Zeit belichten will, als die Zeit, die sich rechnerisch ergibt!?...Besonders dann, wenn ich schon einen ND 3.0 bzw. ND 1000 - Filter benutze...

Aus diesem Grund habe ich mich an den Fotografen Martin Schmidt gewandt, dessen Arbeit ich auf dem Gebiet der Langzeitbelichtung schon eine Zeit verfolge.

Die Anwort fand ich hilfreich, denn ich habe sie so noch nicht gefunden und dennoch liegt sie auf der Hand: Man kann mit mehreren Filtern arbeiten (Das war klar!). Überlegen kann man eine Kombi aus einem ND- und einem Pol-Filter (der auch 1-2 Blendenstufen reduziert). Der ND 3.0 kann natürlich mit anderen Filtern (Pol-Filter) kombiniert werden., was bei manchen Aufnahmen wie schnon oben erwähnt auch einen (doppelten) Sinn ergibt. Es sind natürlich auch Kombinationen von ND 3.0 und ND 1.8 denkbar, aber eine stärker werdende Vignettierung sollte dabei beachtet werden!

Ich fand das für mich wirklich hilf- und lehrreich!

Was sind Eure Erfahrungen oder Tipps?