Dienstag, 19. August 2014

"Köln 5Uhr30" - Bericht über einen anderen Fotowalk...



"Boah, ist das früh!" denke ich mir, als ich um 04:45 Uhr am Barbarossaplatz in Köln stehe und auf die anderen Teilnehmer des Fotowalk warte.

Wie ich Euch schon im meinem Jubiläumspost geschrieben hatte, hatte Foto-TV für den heutigen Tag anlässlich des 175. Geburtstages der Fotografie und im Gedenken an den Fotografen Chargesheimer zu einen Fotowalk eingeladen.

An dieser Stelle möchte ich mich natürlich auch bei Heike Skamper und Marc Ludwig von Foto-TV für die Einladung und die Organisation des Events bedanken. Besonders habe ich mich aber auch gefreut, dass unsere Gruppe von Eberhard Schuy begleitet wurde, der uns auf seine lockere aber stets hochprofessionelle Art immer als Ansprechpartner zur Verfügung stand und uns wertvolle Ratschläge gab.

Abe jetzt weiter im Thema:

Während meiner Recherche zu Chargesheimer, dessen Werk ich sehr faszinierend fand, erfuhr ich mehr durch Zufall und leider erst zu spät durch einen "Zeitzeugen" wie diese Projekte bei Chargesheimer wohl abgelaufen sind und was seine Herangehensweise beim Fotografieren war.


Bedeutet Streetfotografie normalerweise nicht leere Straßen zu fotografieren, stand das bei diesem Fotowalk doch ganz im Vordergrund. Was von Chargesheimer in seinem letzten Buch 1970 noch als Abgesang auf die im Beton erstickende Stadt gedacht war, wollten wir insofern übernehmen, als dass wir die noch schlafende bzw. erwachende Stadt in Szene setzen...


Wenn auch, wie erwähnt, Chargesheimer  bei seinen Fotos eine bestimmte Bildform und einen bestimmten Aufnahmewinkel verwendete, wählte ich bewusst, wie auch schon bei meinem letzten Projekt das Bildformat 16:9 und einen der Artfilter, den die E-M10 im Repertoire hat...Ich wollte auch hier formatfüllend arbeiten und letztlich die Bilder "out-of-the-cam" produzieren, um später nicht versucht zu sein, zuviel in der Bildbearbeitung "herumzubasteln"...



Ja, ich dachte mir, dass die Umsetzung um diese Uhrzeit eigentlich nicht soooo schwer sein würde, war aber dann schon überrascht, je weiter wir die Kölner Ringe hinabwanderten, wieviel "Hully-Gully" los war! Autos, Lieferanten, Partyvolk... Das erforderte dann schon etwas Konzentration im Vergleich zu der Durchführung in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts!...




Es wird heller und die Stadt lebendiger! Damit natürlich auch immer schwieriger das eigentliche Ziel des Fotowalks zu verfolgen. Ist so wie beim Fotografieren der blauen Stunde! Dies und das! und schwups ist alles vorbei!...




Am Ende gelingen mir noch ein paar Bilder, die mir gut gefallen und dann ist schon alles vorbei! 

Jetzt sitze ich hier übernächtigt und dennoch so aufgedreht, dass ich nicht ins Bett gehen mag...

Jetzt fällt mir nur noch ein: "Hey Kölle do bes e Jeföhl!"...

Und in mir reift der Gedanke, dass ich das auch mal in Bonn machen muss!...

Gute Nacht!