Samstag, 1. November 2014

Langzeitbelichtungen mit "Live-Composit" der Olympus OM-D E-M10 - "In der Not frisst der Teufel Flöhe!"


Wie Ihr aus meinem letzten Post wisst, bin ich im Moment nur mit dem "Kamerafloh" ausgestattet, da die "Diva" und ich gerade eine schwere Zeit durchmachen...

Das wurde besonders spannend, als ich die Einladung bekam, bei einer Light-Art-Performance von "Electrical Movements in the Dark (EMD)" mitzumachen. Passend zum bevorstehenden "Halloween" sollten "schaurig-schöne" Motive an einer Holzbrücke in der Nähe umgesetzt werden.

Hmmh!? Motiviert und bestätigt durch den Bericht der "FF-Fotoschule" (#bestefotoschulevonwelt) beschloß ich, die Einladung anzunehmen und der E-M10 die Chance zu geben sich zu beweisen.Ich habe nach meinen eigenen Erfahrungen zwar keine Zweifel an der prinzipiellen Eignung der Kamera gehabt, doch ich war mir am Ende nicht sicher, ob und wie sich der kleine Sensor und das Rauschverhalten nach bis zu 20 Minuten Belichtungszeit auf das Bild auswirken würde.


Ich gehe an dieser Stelle nicht auf die Lichtsetzung und -führung im Rahmen der "Light-Art-Performance-Photography (LAPP)" ein, obwohl das Treffen auch dazu diente, dass mich die beiden Fotografen an ihrem reichen Erfahrungsschatz teilhaben ließen. Wer sich für das Thema interessiert und auch für die Arbeiten von "EMD", dem sei die Internetseite wärmstens empfohlen!!!

Es geht vielmehr um die Erfahrungen, die ich mit der E-M10 und der speziellen Funktion, dem so genannten "Live-Composit" gemacht habe. Wer sich an dieser Stelle fragt, was das ist und wie es funktioniert, den verweise ich auf den hervorragenden Artikel der "FF-Fotoschule", den ich oben verlinkt habe. 


Bei Langzeitbelichtungen in der Dunkelheit ist es das erste Problem die Kamera richtig zu fokussieren. Das klappte mit der kleinen OM-D schon einmal problemlos. Das zweite Problem ist, dass man sich von dem geplanten Motiv oder der Szene im wahrsten Sinne des Wortes ein "Bild" machen muss. Auch hier zeigte die Kleine bei der Blendenvorwahl und automatischer ISO-Einstellung keine Schwächen und es gelang problemlos die entsprechende Ausrichtung vorzunehmen. Nebenbei bemerkt habe ich die 17-mm-Festbrennweite (34 mm im KB-Format) an der E-M10 verwendet.
Bei dem oben gezeigten Bild handelt es sich um ein "Making of", um Euch die Abläufe besser zu verdeutlichen.Das Bild wurde mit folgenden Einstellungen gemacht: Blende f8, von der Kamera gewählte Belichtungszeit von 20 Sekunden und einem automatisch gewählten ISO-Wert von 1600. 

Beim Bild mit dem "Reaper" ging es dann richtig los. Was mich schon bei meinem ersten Test verwundert hat, ist die Tatsache, dass das Display im "Live-Composit" deutlich dunkler erscheint. Es hat sich mir bisher auch nicht erschlossen, wie man diese Einstellung erkennen und vor allem wie man sie verändern kann. 
Der zweite Punkt ist, dass nach der Erstellung des "Dark frame" und Auslösen der eigentlichen Belichtung plötzlich die Belichtungskorrektur im Display auf -3 springt. Auch diese Veränderung hat sich mir bisher nicht erschlossen und ich habe es auch nich geschafft sie zu verändern. 
Dennoch ist das "Live-Composit" eine sehr elegante Lösung die Wirkung des eingesetzen Lichtes sofort zu erkennen und ggf. weitere Schritte zu unternehmen. Bei der "klassischen" Vorgehensweise mit einer DSLR bestehen diese Möglichkeiten nicht und das Bild muss schlimmstenfalls wiederholt werden. 
Was mir aber aufgefallen ist und das ist am ehesten die Folge der oben beschriebenen Veränderungen, die die Kamera vorgibt, dass viel mehr Licht bzw. Ausleuchtung notwendig ist, also bei einer parallel laufenden DSLR.


Am Ende und auch später bei der Sichtung war ich von den Ergebnissen begeistert. Die E-M10 hat ihre Sache sehr gut gemacht und die Bilder sind unter Beachtung der oben genannten Dinge sehr sehr gut geworden. 
Wie die Einstellungen verändert werden können und letztlich die unterschiedlichen Verhältnisse beeinflusst werden, muss ich versuchen herauszufinden. Was ich aber von unschätzbarem Wert des "Live-Composit" finde, ist die Tatsache einer Kontrolle des sich aufbauenden Bildes und der Möglichkeit einer entsprechenden Intervention. Dabei möchte ich auch die Schnelligkeit der Verarbeitung des Prozessor der Kamera nicht unerwähnt lassen, die dazu führt, dass die Kamera in "Windeseile" das fertige Bild zeigt und die nächsten Bilder begonnen werden können.

Mein Fazit ist, dass der "Kamerafloh" seine Aufgabe hervorragend gemeistert hat und ich freue mich schon weitere Versuche im Rahmen der Langzeitbelichtung zu unternehmen. 

Ja, ich vermisse die "Diva" von Tag zu Tag weniger, aber das ist eine andere Geschichte!