Donnerstag, 4. Juni 2015

"Nicht mein Tag, und der auch nicht!"...oder 5. und 6.Tag der "Mallorca-Fotoreise für besonders ambitionierte Fotografen"!


Ja, Ihr könnt Euch denken, dass wir nach der langen Nacht nicht soooo schnell wieder auf Touren waren und so ging es am 5. Tag etwas später an den Start. 

An diesem Tag stand auch wieder die "People-Fotografie" im Vordergrund und wir begaben uns erneut zu einer alten Militäranlage, wo wir jeweils zu zweit unsere Bildideen umsetzten. 


Auch dieser Teil hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe mich gerne darauf eingelassen, entsprechende Szenen zu planen und half auch gerne meinem "Teamgefährten" bei seinen Arbeiten. Was mich aber zum Ende hin irritierte, war das zum Teil sehr "unentspannte" Verhalten derjenigen, die unbedingt (noch) eine Bildidee umsetzen wollten, denen die Zeit nicht schnell genug verging und sich dann lautstark an unserem Set über alles und jedes beschwerten!..

Mir ist danach einfach die Lust vergangen! Ich habe dann die Zeit genutzt, um mir für die LAPP-Sessions, die wir für die nächsten Tage noch geplant hatten und für die ich extra für meine Bildideen Accessoires besorgt hatte, entsprechende Locations zu "spotten"...

Am Abend ging es dann in eine Tapas-Bar und ich sage nur: "Muttertag in Afrika!"...

Okay, am nächsten dem 6. Tag unserer Reise war ich morgens nicht wirklich fit! War ich tot??! Lag ich mit Schwindsucht in einem Hotel in Bangkok?...Nein, ich war in meinem Hotelzimmer in Paguera! Ja, die Balkontür zu schließen, war eine gute Idee gewesen! Mein Gott war das stickig hier!...Aua! Kopf! und warum klebt die Softshell-Jacke ekelig und riecht so streng! 

So, oder so ähnlich sind meine ersten Gedanken gewesen. Naja, an diesem Morgen war schnell klar, dass ich bei dem geplanten Bootsausflug sicher nicht mitfahren würde und nach ein paar Litern Kaffee und etwas zu Essen kehrten auch meine Lebensgeister zurück!...


Dann kam der Teil des Tages und eigentlich der Reise, auf den ich hätte verzichten können! Dennoch habe ich dabei DAS Bild gemacht...

Die zweite Station an diesem Tag sollte das "Cap Formentor" werden. Wir wollten Bilder von einer ausgewählten Position mit der Lichtstimmung des Abendhimmels machen. Auf dem Weg trennte sich die Gruppe und ich stieg mit einem weiteren Reiseteilnehmer auf die Spitze des Berges. 

Wir fotografierten und fotografierten, sahen und hörten nichts von den anderen oder von um uns herum und fragten uns nur, wieviel Zeit uns wohl noch blieb und waren der festen Meinung, dass alle auf die "blaue Stunde" warten würden...

Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, war, dass die Gruppe schon viel früher im Hellen aufgehört hatte und sich jetzt immer mehr und immer größere Sorgen machte, weil man uns nicht erreichen konnte bzw. wir die Suche und Kontaktaufnahme nicht erwiderten. Man ging davon aus, dass uns etwas zugestoßen sein musste...

Man muss kein Psychologe sein, um zu wissen, dass tief empfundene Sorge oder Angst sich schnell ins Gegenteil kehren kann, wenn der Betreffende plötzlich gut gelaunt oder zumindest wohlbehalten auftritt...

Ich konnte oder wollte die Reaktionen meiner Reisegefährten nicht verstehen, hielt das Ganze für ein Missverständnis und zeigte sogar, dass ich die Reaktion für übertrieben oder unverhältnismäßig hielt. 

"Lange Rede - kurzer Sinn!" - Für mich war die Reise an diesem Abend vorbei! 

Es ist schon fast eine Ironie des Schicksals, dass dieses Bild das Letzte ist, das ich an diesem Abend gemacht habe. Dass die Lichtspuren vom Bus unserer Gruppe herrühren, die auf der Suche nach uns zum Leuchtturm fuhren...und dass ich für dieses Bild soviel Anerkennung bekommen habe, wie noch mit keinem anderen...

Freuen kann ich mich nicht darüber! - Es war einfach nicht mein Tag!...