Sonntag, 30. August 2015

"Tücke des Objekts" - Oder: "Sie haben doch so eine tolle Kamera!...


Beim Satz: Sie haben doch so eine tolle Kamera, da könnten Sie doch..." sollte man am besten sofort das Weite suchen! Oh, Mann! und ich Trottel hätte es sowieso besser wissen müssen. Habe ich nicht schon einmal diese Erfahrung gemacht, dass man nicht alle Genres bedienen kann, nur weil man gerne fotografiert...

Aber mal der Reihe nach! 
Die Aufgabe bestand daran, dass verschiedene "Trophäen", fast ausschließlich aus Glas, fotografiert werden sollten, damit die Bilder auf der Internetseite oder zu sonstigen Werbe- und Informationszwecken verwendet werden können. - Also Objekte vor weißem Hintergrund, kein großer Schattenwurf, usw....

Ich konnte verhindern, dass man die Dinger auf einem weißen Tisch mit dem Handy ablichtet, also erklärte ich mich bereit, sie zu fotografieren. - Selbst schuld! 

Nachdem ich eins der Videos von Eberhard Schuy auf Foto-TV (das Abonnement kann ich nur wärmstens empfehlen!!!) über "Objektfotografie" gesehen habe, hätte ich mir am liebsten links und rechts eine reingehauen für meine Dämlichkeit! Wie sollte ich das nur anstellen!?...

Gut! Ich habe meine Systemblitze! - Check!. Ich habe einen Belichtungsmesser!-Check!. Ich habe kein Fotostudio!- Check!. Ich habe keine Ahnung!!! - Check!. 

Dennoch wollte ich systematisch vorgehen und das Beste draus machen. Ich verwarf die Idee mit Pappe eine Hohlkehle zu bauen, weil ich schon mit bloßem Auge auf den Glasskulpturen die Spiegelungen des Raumes sehen konnte. Ich bestellte mir also ein "Lichtzelt" bzw. diesen "Quader". 

Nachdem ich das Ding aufgebaut hatte, stellte ich fest, dass die "Unterlagen" die man im Quader befestigen kann, starke Falten hatten. Ich nahm also ein großes weißes Kalenderblatt und klebte dieses in das Lichtzelt. 

Die Kamera kam auf ein Stativ, um die Bilder immer von gleicher Stelle aus aufznehmen und der Einfachheit halber. Jetzt kamen die Einstellungen dran. Weißabgleich auf 5500 K?!...Nee, also auf "Blitz". Manuelle Einstellung auf Blende 8 und Belichtungszeit auf 1/125 s bei ISO 200. 

Damit war klar und das wollte ich auch so, dass das Licht nur durch die Blitze erzeugt werden würde, die ich, wie man auf dem Bild oben sehen kann, um das Lichtzelt herum positionierte. Die Blitze wurde "weitwinkelig" fokussiert und nach Ausmessen durch den Belichtungsmesser ergab sich eine einzustellende Stärke von 1/64, die mir auch am besten gefiel. 


"Der Teufel steckt im Detail" - War die Belichtung für weiße Schrift zu hell, war sie für schwarze Schrift zu dunkel. Brannte der Hintergrund auf dem einen Bild aus, wirkte er bei dem anderen grau und fahl!...

Stellt man die Trophäe gerade, sieht sie aus wie ein Schild, stellt man sie etwas seitlich, sieht es "schief und krumm" aus! 

Ach, Mist! Ich werde jetzt mal gucken, was ich in der Nachbearbeitung noch "rausholen" kann...

Was hättet Ihr anders gemacht? - Freue mich auf Eure Postings und Kommentare!