Sonntag, 8. Mai 2016

"Sie ist ein Model und sie...hat was drauf!" - Oder: Praktische Aktfotografie Teil 2


Im ersten Teil habe ich Euch bereits erzählt, wie ich ein Shooting "umsetze". In diesem Posting soll es nicht darum gehen, dass ich immer noch schrecklich aufgeregt bin und kaum was essen kann, wenn der Tag des Shooting gekommen ist, sondern ich möchte Euch erzählen, warum das Model eine ganz entscheidende Rolle spielt, warum es vielleicht Sinn macht, Geld in die Hand zu nehmen und das Modeln anstrengend sein kann...


Gut! Es liegt in der Natur der Sache, dass sich Freundinnen und Bekannte, aber auch viele Models, die auf TfP-Basis arbeiten, nicht von jedem x-beliebigen (also mir!) Fotografen halbbekleidet oder nackt fotografieren lassen... Es ist aber auch so, dass neben einer generellen Abneigung häufig die Gelassenheit oder Erfahrung (nennt es, wie Ihr wollt) fehlt, sich auf die Bildidee einzulassen und eine Umsetzung zu "erlauben". 

Dazu kommt, dass ich es mir "einfach" mache, ich habe verschiedene Sets und Ideen und dabei sooo viel im Kopf, dass ich mir einfach nicht die Zeit nehmen will, eine bestimmte Pose und (ganz wichtig!) einen bestimmten Blick, der dazu passt, herauszuarbeiten. 

Ich habe festgestellt, dass es mir viel leichter fällt, vergleichbar mit einem Regisseur, die Interpretation des Models zu sehen. Die Fotos sind dann einzelne Szenen, die ggf. auch sehr gut sind und mich überraschen und / oder ggf. noch von mir verändert werden...


Seien wir doch mal ehrlich, dass verlangt zum Einen Fantasie, zum Anderen aber vor allem eine gewisse Erfahrung. Das betrifft nich nur die oben genannte Umsetzung, sondern das Abrufen von verschiedenen Posen, die sich das Model mit der Zeit angeeignet hat. 


Ich bin bei den letzten Malen echt "baff" gewesen, was ich angeboten bekam und will allen, die hinter der Kamera stehen, auch einmal sagen, dass das "Arbeit" ist, was Models während eines mehrstündigen Shootings zeigen. Es erfordert Konzentration und auch Kondition in dieser Zeit für einen Fotografen den "Hampelmann" zu machen. Ich habe allergrößten Respekt!

Das alles zusammengenommen, war auch der Grund, dass ich (und ich kann auch nur für mich sprechen!) bereit war, für die Arbeit der Models zu bezahlen. Das mag in diesem Fall nicht verwundern, aber ich hätte am Anfang auch für die Portrait- oder Lifestyle-Bilder lieber mal etwas Geld ausgegeben, dann wäre meine Lernkurve vielleicht etwas anders verlaufen...

Und mit Geld bezahlen, meine ich nicht die "Miezen", die meinen, dass gutes Aussehen und zwei Staffeln "GNTM" ausreichend sind, dass Fotografen für ihre Arbeit bezahlen! 

Aber weiter im Text! Wie läuft das nun ab!? Da "Klein-Helmi" also kein berühmter Fotograf ist und somit nicht von Anfragen überschüttet wird oder sich haufenweise Models auf seine eigenen Anfragen in den sozialen Netzwerken melden, hat er sich einen Account in der "Modelkartei" zugelegt! 

Das "Was" und das "Wie" in der "Modelkartei" zu beschreiben, würde sicher den Rahmen des Postings sprengen, aber hier kann ich "Jobauschreibungen" aufgeben oder auf welche antworten. Mit der Zeit bekommt man so eine Ahnung, ob der Preis in Ordnung ist bzw. ich entscheide, ob mein Budget für die Umsetzung meiner Idee ausgegeben wird oder nicht...

Das soll es an dieser Stelle mal gewesen sein! 

Ich möchte mich an dieser Stelle aber bei den Models, mit denen ich schon arbeiten durfte und mit denen ich noch arbeiten werde, bedanken. Ich habe Hochachtung und Respekt vor Eurer Arbeit und hoffe, dass es noch viele schöne und produktive Shootings gibt....

Und vielleicht kann ich iiiirgendwann mal davor etwas essen! ;)