Montag, 20. Mai 2013

Wisch und weg...


Ja, jetzt werden einige meiner Blogleser denken: " Wer hat dem wirren Fotografen nur die Tabletten weggenommen?" - und Sabine (beste Ehefrau von Welt) meinte, dass wäre das Bild, das man hätte, wenn man nach einer kurzen Bewusstlosigkeit im Wald wieder aufwacht!...

Aber bleiben wir `mal schön sachlich!
Ich habe im Februar im Blog von Jacqueline Esen (Die Fotonanny) einen interessanten Beitrag über "Wischbilder" gelesen. Ich muss gestehen, dass sich der Gedanke diese Technik auszuprobieren, bei mir festgesetzt hat und ich mich beim gestrigen Waldspaziergang wieder daran erinnert habe.

Ich war aus zwei Gründen wieder in die Waldau gefahren. Zum Einen wollte ich im dortigen Wildpark das Teleobjektiv nun einmal ohne Regen ausprobieren und zum anderen hatte mich auf dem Weg dorthin, der Bereich der Kopfbuchen (Gespensterbuchen) fasziniert.

So, was gibt es beim Anfertigen von Wischbildern zu berücksichtigen. Da ist zunächst die Erstellung des Fotos selbst und die spätere Bearbeitung in Lightroom 4. 

Beschäftigen wir uns zunächst mit dem eigentlichen Fotografieren. Für das geplante Foto stellte ich die Kamera, die mit einem Weitwinkelzoom versehen war, in die Zeitvorwahl, also bei Nikon in den  A-Modus. Dabei wird die Belichtungszeit eingestellt und die Kamera wählt die Blende selbst. Ich stellte eine Belichtungszeit von einer 1/6 Sek. ein und die Kamera passte sich mit einer Blende von f32 an.

Der Iso-Wert sollte eigentlich niedrig gewählt werden, aber da es ziemlich dunkel in diesem Bereich war, musste ich einen ISO-Wert von 800 auswählen.

Beim Fotografieren ist es natürlich sinnvoll, wenn wie in diesem Fall, horizontale Linien das Bild bestimmen, so wie es die Bäume hier machen. Das eigentliche Fotografieren besteht jetzt darin, einen bestimmten Punkt zu fokussieren und dann die Kamera während der Belichtung entweder nach oben oder nach unten zu schwenken.

Zuhause stand jetzt noch die Nachbearbeitung an, um das fertige Bild zu erhalten. In Lightroom 4 werden zunächst am RAW-Bild die "üblichen" Anpassungen wie Kamera- bzw. Farbkorrektur, Objektivkorrektur und Schärfeanpassung durchgeführt.

Dann erfolgen die selektiven Bearbeitungen, um die letzten Details herauszuarbeiten:
Bei den Grundeinstellungen habe ich die Belichtung um +0,55 verändert, die Lichter auf -100, die Tiefen auf +50 und Schwarz auf +60 gesetzt. Dann habe ich die Klarheit auf +55 und die Dynamik auf +15 gestellt.

Als zweiten und dritten Schritt habe ich bei Objektivkorrekturen im manuellen Bereich, eine vertikale Ausrichtung vorgenommen um die "Bäume gerade zu richten" und dann das Bild zugeschnitten bzw. in diesem Bereich "den Zuschnitt beschränkt", was den gleichen Effekt hat.

Als "abschließender Feinschliff" um die Kontraste meiner Aufnahme noch etwas zu verstärken, habe ich im Bereich Gradationskurve eine "leichte S-Kurve" hergestellt.

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