Sonntag, 21. September 2014

Photokina 2014 - Rückblick oder "It´s time for a revolution!?"...


" Die Foto (-grafen)-Szene feiert sich selbst" - "Sterben der Dinosaurier und Beginn der Neuzeit" - "Alles ist erlaubt und und der Ausgang ist offen!"...

Das sind die Überschriften, die mir zu meinem persönlichen Rückblick auf die diesjährige Photokina einfallen und meine Eindrücke zusammenfassen!.

Ich möchte diesen Post aber in zwei Abschnitte teilen. Der erste Abschnitt erzählt Euch von meiner zweitägigen Wanderung und erzählt, ob ich mit meinem Plan zurecht gekommen bin. Der zweite und letzte Abschnitt fasst dann meine Eindrücke zusammen und versucht die vielleicht provokanten Thesen zu erklären .

Wie ich Euch im letzten Post erzählt habe, wollte ich die zwei geplanten Tage auf der Photokina in Köln etwas systematischer gestalten. Ich wollte ganz gezielt Hersteller von Produkten aufsuchen, die ich entweder in Gebrauch habe oder die mich für die Zukunft interessieren, um "Feedback" zu geben und / oder mich beraten zu lassen. Außerdem sollte die Photokina dazu dienen, Gleichgesinnte und Freunde zu treffen und auch den einen oder anderen Vortrag zu genießen. 

Auf meinem Weg über die Photokina hat sich im Übrigen die App für das Smartphone voll bewährt. Das Einzige was nicht geklappt hat, war die "Matchmaking"-Funktion, aber das liegt wohl daran, dass ich a) sehr spät Anfragen für Gespräche gestellt habe und b) glaube, dass das Ganze nur im professionellen Umgang Erfolg hat. Naja, egal!...

Ich kann schon vorausschicken, dass ich Punkt 2 am meisten genossen habe. Es war wirklich klasse, Menschen wie Sven Schomburg von Photo-Schomburg das erste Mal zu treffen oder auch andere wie Frank Fischer von der FF-Fotoschule und Thomas Soddemann von echromatique-Fotografie wiederzusehen. Das waren aber nicht die einzigen und ich habe alle Gespräche sehr genossen und mich gefreut, neue Gesichter zu sehen und die alten Bekannten zu treffen. 

Beim ersten Punkt oder den, nennen wir es mal Produkten, waren meine Eindrücke doch schon sehr gemischt in Bezug auf meine kleine und persönliche Agenda. Ich habe mich sehr gut gefühlt bei der Firma Feisol, wo ich namentlich begrüßt wurde (alle Achtung!) und die Gelegenheit hatte, dem Repräsentanten "Löcher in den Bauch" zu fragen, mir Hilfe zu holen, aber auch das Gefühl hatte, meine Eindrücke vom praktischen Einsatz des Statives mit allen Stärken und kleineren Schwächen verstanden zu sehen! 

Das Gleiche gilt auch für die Vertretung von ThinkTank. Hier konnte ich Feedback zu meiner Lieblingsschultertasche, der Retrospective 20 genauso los werden, wie ich über neue Produkte informiert wurde, hier waren die Fototrolleys für mich von Interesse, wobei meine Ansprechpartnerin sich trotz hohem Aufkommen am Stand jede Zeit der Welt für mich nahm. Großes Dankeschön dafür!

Genau das Gegenteil erlebte ich aber auch bei zwei Anbietern. Okay, bei dem einen Anbieter bin ichja nach meinen Tests auch nur "teilüberzeugt" von den geprüften Produkten aber bei anderen, blieb mir schlichtweg "die Spucke weg"! Beim ersten Hersteller, sprach ich mit einem, ich denke mal "Promoter" und schilderte ihm meine Erfahrungen und erzählte von meinen "Tests". Im Augenwinkel konnte ich sehen, dass eine Frau und ein Mann in Anzügen interessiert zuhörten, aber keiner von beiden kam auf die Idee, das Gespräch zu suchen. Das empfand ich als nicht sehr kundenfreundlich und hätte mir einen anderen Umgang gewünscht...

Der "Knaller" war aber Stand des Anbieters meiner zwei Kameragurte. In meinen Augen dient diese Messe auch zum Austausch mit dem Kunden und nicht zum reinen Verkauf. Leider verlief das Gespräch hierzu doch sehr einseitig. Angesprochen auf die "Schwachstellen" der Gurte wurde nur auf erfolgte Änderungen verwiesen, wobei Fragen nach der Notwendig- oder Sinnhaftigkeit von Neuerungen nicht wirklich beantwortet wurden...Ich drücke das hier jetzt sehr sehr freundlich aus, aber die Enttäuschung, insbesondere wegen meiner positiven Einstellung für das Produkt, kann ich nicht in Worte fassen!...

Lassen wir es dabei bewenden! Wie ich erzählt habe, hatte ich noch andere Anbieter auf dem Plan und hier machte ich ganze gute Erfahrungen und konnte genau dass erzielen, was ich mir vorgenommen habe. 

In Bezug auf die angebotenen Vorträge und davon gab es viiiiiiele während der einzelnen Messetage, brach ich mein Vorhaben nach einigen Minuten ab. Der Fotograf, dessen Präsentation ich mir an einem kleineren Messestand ansehen wollte, hatte leider akustisch nicht die geringste Chance gegen die parallel stattfindende Großveranstaltung eines großen Herstellers und die "Zweiseiten-Beschallung" war einfach zu nervig...

Was ich aber festgestellt habe, ist, dass die Anbieter von was auch immer, die etwas erreichen wollen, die derzeitigen Stars der Fotoszene bei sich auftreten lassen und dabei lässt mich das Gefühl nicht los, dass es der Wunsch vieler Fotografen ist, (war es früher die gleiche Kamera oder Ausrüstung zu besitzen) jetzt genauso fotografieren und nachbearbeiten zu können wie ihre "Idole". Da hilft es natürlich, die Nähe "zum Volk" zu suchen und sich für Fotos zur Verfügung zu stellen, denn so etwas verbindet!

Im Gegenteil dazu scheint sich bei der "Hardware" ein Trend- bzw. Generationenwechsel anzudeuten. Lassen wir mal die etwas bigotte Äußerung manches "Szeneanführers" außer Acht, man solle sich nicht so sehr auf Kameras und Ausrüstung, sondern mehr auf das eigene (!?) Fotografieren konzentrieren (siehe Anmerkung oben!), dann stelle ich doch fest, dass die zwei großen Hersteller von DSLRs doch stark zu kämpfen hatten. So voll wie es noch vor zwei Jahren an deren Ständen war, so voll war es in diesem Jahr bei den Herstellern von spiegellosen Kameras. 

Auch ganz nüchtern betrachtet, in Bezug auf neue Produkte wie Kameras und Objektive, war diese Entwicklung zu beobachten. Den Besuchern der Messe entlockten die spärlichen Neuerungen im Portfolio von Canon oder Nikon nur ein müdes Lächeln und es zauberte ein "Leuchten in die Augen" wenn man von Fuji, Sony oder Olympus sprach...

Aber noch etwas anderes fiel auf. Während oben in den großen Messehallen, die neuen Sieger gefeiert wurden und die alten ihre Wunden lecken, schlendert man im unteren Bereich einer Halle an Dutzend Ständen asiatischer Anbieter vorbei, die den Markt in den kommenden Jahren, angefangen mit Systemblitzen bis hin neuerdings zu Objektiven für das MFT-System, weiter beeinflussen werden, denn ich war echt erstaunt bei welchen Produkten sie mittlerweile eine Konkurrenz darstellen. Ausgehend davon, dass die Produkte, die früher nur als schlechte Kopien belächelt wurden, immer besser werden, die Anbieter immer mehr Bereiche besetzen und sich das Ganze auch auf den Preis auswirkt, kann man dieser Entwicklung nur mit Spannung und Neugier entgegen sehen.