Donnerstag, 14. November 2013

Donnerstag, der 14.11.2013 - Teil 1 - Die Fotorallye oder "Jetzt wird´s ernst!"


Jetzt kommt schonungsloser "Enthüllungs-Fotojournalismus"! - Ich reiße der Insel Mallorca die Maske vom hässlichen Gesicht! - Das ist nichts für schwache Nerven!!!...

Nein, jetzt `mal im Ernst! Heute stand die Fotorallye auf dem Programm, deren Themen bereits gestern verlost worden waren. Genauso wie die Peoplefotografie mussten wir konzeptionell arbeiten und ich freute mich auf diese spannende Aufgabe! Vielleicht war ich auch nur froh genau diese und nicht eine andere erfüllen zu müssen!...

Was war mein Auftrag: Es sollten zehn Bilder für einen Fernseh-Wahlkampfspot einer spanischen Umweltpartei gemacht werden. Um die Kampagne der Partei zu unterstützen, war das Thema die "Umweltverschmutzung durch die privaten Schiffahrt".  Es sollten die Auswirkungen und Schäden verdeutlicht werden, die die Massen an Yachten anrichten.

Wie bin ich jetzt vorgegangen?

Okay, zunächst habe ich mir den Auftrag in einzelne Segmente geteilt: Spanische Umweltpartei - 10 Bilder - Thema - Zielstellung. Dann habe ich Schlüsselwörter zum Thema und Auftragsziel überlegt: Platznot, Überbauung, Ressourcen (Strom, Wasser) und zuletzt Entsorgung (Müll, Öl usw.) 

Als Nächstes habe ich überlegt, wie diese ganzen Dinge in eine Geschichte bzw. Bildfolge von zehn Bildern passen könnte. Habe im Internet die entsprechenden Begriffe in der Bildersuche recherchiert und mir auf einem Zettel mehr oder weniger ein Scribble angelegt... Ja, so wie Frank es uns für das People-Shooting erklärt hatte. Vielleicht war es auch nur eine Checkliste, aber bei der Tour rund um den Hafen wusste ich wonach ich suchen musste...

  • Das erste Bild sollte den Kontrast zwischen dem "alten" Palma, der Stadt und dem übervollen Hafen darstellen. 


  • Das zweite Bild war noch eine Steigerung, die die Überbauung am Hafen zeigen sollte. Es prangerte fast "Sünde 2" an, was mal mit den Hochhäusern begonnen hatte, wurde jetzt mit dem übervollen Hafen fortgesetzt.


  •  Das dritte Bild sollte verdeutlichen, dass diese vielen Boote selbstverständlich Ressourcen benötigen, Wasser und Strom, die erst einmal bereitgestellt werden müssen: 

  •  Das vierte Bild zeigt dann, dass es selbstverständlich zu einer Belastung des Ökosystems, also in erster Linie, des Wasser kommt. Dieses Bild habe ich fast "unter Einsatz meines Lebens" gemacht, denn der Bootsführer, der fröhlich sein Schiffsdeck mit dem Hochdruckreiniger bearbeitete, war nicht gerade begeistert von mir und ich dachte, dass er mir eine Ladung verpassen wollen würde...


  •  Bild 5 entstand dann ein paar Meter weiter, mehr oder weniger direkt neben einem Café an der Mole, denn dort stand ein Ölabscheider und ich fragte mich, was wohl mit dem "ganzen Mist" auf dieser Insel geschieht, obwohl man den Eignern diese Möglichkeit bietet. 


  • Das brachte mich direkt zu Bild 6, der Verschmutzung des Hafenbeckens im einzelnen. 


  • Zu Bild 7, der Sammlung an aus dem Hafen gefischten Einkaufswagen, die vermutlich von den Kapitänen nach Verladen des Proviantes einfach am Kai "entsorgt werden. 


  • Und zuletzt mit Bild 8 zu der Frage bzw. dem Hinweis, dass der Hafen und die Massen an privaten Booten eine Müllbelastung par excellence darstellen, neben dem täglichen Müll, den die Stadt produziert. 

  • Bild 9 sollte schließlich die Frage verdeutlichen, ob der Hafen nicht eine zu große Belastung der Stadt und der gesamten Insel bedeutet. Insbesondere durch den anfallenden Unrat. 

  • Ja und mit Bild 10  kam ich dann zur "großen Mahnung", dass es schließlich der Bewohner der Insel also der Mensch wäre, der durch den Hafen (Schiffe) und seine Belastung (Müllcontainer) massiv belastet würde und den Kürzeren zieht!.. 

                                                                    - Ende der Serie -

Puuh! Ich bin für meine Bilder eine Stunde hin (rund um den Hafen) und eine Stunde zurück gelaufen. Ich bin durch den Abwasserkanal gewatet und habe mich in Brackwasser gelegt, war am Ende "fix und fertig" aber auch unheimlich stolz und zufrieden!

Ich fand diese Aufgabe sehr spannend und es war ein vollkommen neues Erlebnis mit Bildern eine "Geschichte zu erzählen". Dabei ist mir natürlich bewusst, dass diese Bilder auch polarisieren können bzw. dass man mit einfachen Mitteln aus einem Vorzeigeobjekt das schlimmste Loch machen kann!...

Das war aber noch nicht das große Ende des Tages, also seid gespannt!